Gesunder Darm – Gesunder Mensch

Von Michaela Abel|Juli 24, 2018|Gesundheitstipps|

Bis zu 10 Kilo “Müll” sammeln sich im Darm durch falsche Essgewohnheiten an! Millionen Menschen leiden unter Magen-Darm-Beschwerden, Hautkrankheiten, Kopfschmerzen, Müdigkeit und vielen weiteren Wehwehchen. Diese sind oft auf einen kranken Darm zurückzuführen. Es heißt auch, dass das Immunsystem im Darm sitzt. . .

Wenn der Darm krank ist, stecken zwischen 2,3 und 10 Kilo unverarbeitete Abfälle bis zu 70 Stunden in ihm. Bei einer gesunden Person dauert die Verdauung lediglich 24 Stunden. Ein vergifteter Dickdarm ist für eine Vielzahl an Krankheiten und gesundheitlichen Beschwerden verantwortlich. Der Grund weshalb so viele Menschen unter Magen-Darm-Beschwerden leiden, liegt häufig in falscher Ernährung. Ein Mangel an Ballaststoffen, sowie zu viel Zucker und Fast Food tragen ihren Teil dazu bei.

Gesundes Mikrobiom 

 

Bisher schätzte man die innere Oberfläche auf 300-500m². Auf dieser Oberfläche, inmitten von Schleim produzierenden Zellen, sitzt die Darmflora, ein Milliardenheer von Bakterien (etwa 500 verschiedene Arten). Es zieht aus allem, was wir essen, Energie, Vitamine, Salze, Mikronährstoffe und Wasser heraus. Gleichzeitig beherbergt der Darm etwa 70% unseres Immunsystems, das die meisten Krankheitserreger und Giftstoffe abfängt, bevor sie Schaden anrichten können. Solange diese Darmflora intakt ist, können sich keine schädlichen Mikroorganismen im Darm einnisten.

Die Darmflora ist also eine Gemeinschaft von Billionen Bakterien. Darunter „gute“ Bakterien und „schlechte“ Bakterien. Ist deine Darmflora fit, setzen sich die guten Bakterien gegenüber den ungünstigen Bakterien durch. Eine falsche Ernährung mit zu viel Zucker, raffinierten Mehlen, raffinierten Fetten, Antibiotika und auch Stress verändern das gesunde Gleichgewicht. Krankmachende Bakterien wittern die Chance und vermehren sich im gestörten Darm-Milieu.

Unser Darm ist für unseren Körper die Schnittstelle zur Außenwelt. Die Darmwand ist so dünn, dass hier leicht Stoffe aufgenommen und abgegeben werden können.

Die ständige Stimulation durch Giftstoffe und durch chronische Entzündungen können die Darmwand allerdings so durchlässig machen, dass auch Toxine in unsere Blutbahn geraten.

Vergleichbar ist das System mit einem engen Maschennetz. Ist deine Darmflora in Takt, können böse Angreifer es nicht durchdringen. Ist die Darmflora aus der Balance, zieht sich die Darmschleimhaut zurück. Die Maschen werden größer und gesundheitsschädliche Angreifer passieren die Darmwand. Das Schutzschild gegen Krankheitserreger bricht in sich zusammen.

Die gestörte Mikroflora stört die natürliche Symbiose zwischen dem Darm und dem gesamten Organismus, der Zustand wird auch als Dysbakterie oder Dysbiose bezeichnet. Pathogene Mikroben dominieren nun die Darmflora, sie vermehren sich schnell und richten Schaden an den Darmschleimhäuten an. Wenn solche Entzündungsprozesse chronisch werden, entstehen bestimmte Krankheitsbilder wie chronische Gastritis, Colitis Ulcerosa, das Leaky-Gut-Syndrom oder Morbus Crohn. Auch der übrige Körper leidet, Betroffene müssen Hauterkrankungen, Diabetes und die Anfälligkeit gegen Pilzinfektionen und Allergien ertragen. Die Darmgesundheit ist daher für unseren Gesamtzustand höchst bedeutsam.

Die Darmflora- Schlüssel zur Gesundheit von Gehirn und Psyche

Die Wirkung unserer Darmflora geht noch viel weiter, das zeigen Studien: Im Dezember 2011 veröffentlichte eine Forschergruppe ihre Untersuchungen zur Darmflora im „Journal of Neurogastroenterologie and motility“. Sie hatten Mäuse mit einem entzündlichen Darminfekt (infektiöse Colitis) beobachtet und festgestellt, dass sie ein überängstliches Verhalten entwickelten. Wurden diesen Mäusen „gute“ Darmbakterien verabreicht (Bifidobacterium longum) führte das zu einer Normalisierung des Verhaltens, die Ängstlichkeit der Tiere nahm ab.

Die Forscher konnten feststellen, dass die Nerven des ENS der behandelten Mäuse weniger reizbar waren und dies auch dem Gehirn mitteilten – und zwar über den Nervus vagus. Denn die Forscher hatten auch getestet, was passiert, wenn den Mäusen dieser Hirnnerv durchtrennt wurde: Die Mäuse hatten dann zwar ebenso einen entzündeten Darm, zeigten jedoch keine übernormale Ängstlichkeit. Schon vorher, im Juli 2011, hatten andere Forschergruppen ähnliche Ergebnisse mit GABA in der Zeitschrift PNAS veröffentlicht. Hier wurde gesunden Mäusen das „gute“ Bakterium Lactobacillus rhamnosus gegeben.

Anschließend hatten die Mäuse in verschiedenen Hirnregionen eine veränderte Ansprechbarkeit für GABA und zeigten weniger Verhalten, das Depressionen und Angst glich. Gleichzeitig reduzierte sich ihr Stress-Level, was sich in einem geringeren Stress-Hormonlevel zeigte. Auch hier blieb der Effekt aus, als die Forscher den Nervus vagus durchtrennten.

Dass Serotonin, unser „Glückshormon“ etwas mit der Darmflora zu tun hat, das weiß man schon sehr lange: Bereits 1996 zeigten Untersuchungen, dass die Ernährung und die im Darm lebenden Bakterien Einfluss auf gerade jene Darmzellen nehmen, die Serotonin bilden. Es lohnt sich also der Psyche zuliebe, den Darm und seine Bakterien mit der richtigen Ernährung und guten Therapie zu hegen und zu pflegen. Das gilt natürlich ganz besonders für jene Menschen, die bereits mit Depressionen und Angst im Leben zu kämpfen haben oder irgendwann einmal hatten.

Die Darmflora – Ursache für Übergewicht

Eine aus dem Gleichgewicht geratene Darmflora kann auch der Grund für Übergewicht sein.
Entscheidend ist das Verhältnis von unseren zwei größten Bakterienstämmen, den sogenannten Firmicutes und den Bacteroidetes. Ein hoher Anteil der Firmicutes führt zu einem erhöhten Risiko an Übergewicht und Entzündungen. Es liegt also im Interesse den Anteil der Bacteroidetes zu erhöhen, um so die Entzündungsbereitschaft und das Risiko für Übergewicht zu senken.

Die Darmflora und Autoimmunerkrankungen

Auch Autoimmunerkrankungen – wie Hashimoto, Multiple Sklerose, Zöliakie, Morbus Crohn, Colitis Ulcerosa, bei denen sich die Immunabwehr gegen körpereigenes Gewebe richtet, zeigen einen Zusammenhang mit der Darmgesundheit. Durch eine, der Therapie begleitende, angepasste Ernährung können Verbesserungen der Autoimmunreaktionen erzielt werden.

Das kannst du tun!

Du kannst deine gesunde Darmflora und damit deine Gesundheit mit ganz einfachen Maßnahmen unterstützen. Versuche eine Zeit lang weniger tierische Lebensmittel ,Zucker und Alkohol zu dir zu nehmen. Du wirst einen Unterschied spüren! Baue zusätzlich mehr Bewegung in deinen Alltag ein…und

Wähle die richtigen Lebensmittel!
Das heißt konkret: Je weniger verarbeitet die Lebensmittel sind, die du isst, desto besser. Keine raffinierten Kohlenhydrate wie Pizza, Pasta und Brot.

Milchsauer vergorene Lebensmittel sind sehr empfehlenswert, z. B. Sauerkraut, Sauermilchprodukte, milchsaures Gemüse, Salzgurken, saure Bohnen und anderes Fermentiertes.

Iss viel Blattgemüse und Knollengemüse (z. B. Süßkartoffel, Karotten, Rote Beete), Sprossen, Samen, Salate, Kräuter, Hülsenfrüchte, Nüsse, Hirse, Buchweizen, Quinoa, Beeren und etwas Obst. Das das sind vor allem basische Lebensmittel mit viel Nährstoffen und Ballastsoffen. Gemüse enthält Präbiotika, Fasern (Ballaststoffe). Präbiotika zeichnen sich dadurch aus, dass sie vom Körper nicht direkt verarbeitet werden können, sondern als Nahrung für Darmbakterien dienen.

Wähle hochwertige Fette, wie Olivenöl, Kokosöl, Hanföl, Leinöl, Schwarzkümmelöl, Butter, Sahne

Pflanzen, die mit ihren Bitterstoffen die Produktion von Speichel, Magen-, Galle-, und Bauchspeicheldrüsensaft anregen und so die Verdauung verbessern, sind außerdem sehr hilfreich. Baue Brennnessel, Schafgarbe, Löwenzahn, Chicorée, Endivien, Schnittlauch, Rucola, Petersilie und Mangold so oft als möglich in deinen Speiseplan ein

Entgiften- ganz einfach:  Der Flohsamenschalen-Mineralerde-Shake

Du mixt einen Teelöffel Flohsamenschalen oder Leinsamen mit einem Teelöffel Mineralerde (Bentonit oder Zeolith) und ca. 400 ml Wasser in einem Schüttelbecher zu einem Shake. Der Shake wird eine Stunde vor oder zwei Stunden nach den einzelnen Mahlzeiten eingenommen. Die Einnahmehäufigkeit ist ganz individuell, wobei ich ein Shake morgens und ein Shake abends empfehle.

Meide Zucker!
Zucker hilft den „schlechten“ Bakterien in deiner Darmflora. Geht es denen dadurch zu gut, verdrängen sie die „guten“ und es sieht für deine Gesundheit nicht mehr so rosig aus. Dabei sind alle Arten von Zucker gemeint (Glukose, Saccharose, Fruktose, Sirup, Malzzucker, Laktose, Maltose u.a.).

Iss so oft es geht Bio-Lebensmittel
Damit meidest du Antibiotika, landwirtschaftliche Chemikalien, Schadstoffe etc. Das ist wichtig, da die „guten“ Darmbakterien empfindlich auf diese Stoffe reagieren und langfristig aus Ihrem Darm verschwinden.

Trinke genug und das Richtige!
Trinke täglich 1,5 bis 2 Liter gutes Wasser oder Kräutertees, meide mit Chlor oder Fluor versetztes Wasser, meide gesüßte Getränke und trinke nur wenig Alkohol und mäßig Kaffee und schwarzen Tee.

 

So das waren viele gute Ratschläge – jetzt bist du dran und ich hoffe Du probierst das eine oder andere für dich aus uns.
Im Übrigen sollte dir bewusst sein, dass ein übertriebenes Maß an Hygiene im Alltag die Möglichkeit vermindert, dass sich eine Vielzahl gesunder Bakterien in dir wohl fühlen können. Nicht zu vergessen – Bewegung, erholsamer Schlaf und eine ausgeglichene Psyche tragen mit zu einem gesunden, artenreichen Mikrobiom bei.

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